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Dienstag, 27. Januar 2015

Dumm, dümmer, deutsch – das Dauerdrama

von Christian Wolf

»Geschichte ist eine Lüge, auf die man sich geeinigt hat«
»Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie«
(Napoleon I. Bonaparte)


»Die Merkelregierung versucht den Frieden in Europa zu bewahren.« Tut sie nicht. »Das deutsche Kaiserreich hat die Hauptschuld am Ausbruch des Ersten Weltkriegs.« Hat es nicht. »Die Rente ist sicher.« Sicher nicht. Folgen Sie mir auf eine kleine Reise in die Zeit Ihrer Eltern und (Ur-) Großeltern. Erleben Sie Ereignisse mit deren Augen, statt als besserwisserischer »Demokrat« zurückzublicken. Danach können Sie weiter Ihren Schrebergarten auf Vordermann bringen und Ihre Gartenzwerge polieren. Oder aufwachen.


Wie schafft man das nur … ? Wenn ein Land als hauptschuldig an zwei Weltkriegen hingestellt wird, einen dritten Weltkrieg zu riskieren mit hohlem Geschwätz, Sanktionen und Provokationen? Man ist dann entweder blöd oder böswillig oder eine Marionette. Oder man heißt Gauck, Steinmeier oder Merkel.

Die NATO hat von Kiew aus einen neuen kalten Krieg gegen Moskau gestartet. Und Berlin zündelt eifrig mit. Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr verhandelte und unterzeichnete Kriegs-, Pardon: Außenminister Steinmeier eine Vereinbarung zwischen der ukrainischen Regierung und Opposition, die das Land zu geordneten Neuwahlen führen sollte. Am Morgen nach der Einigung übernahmen bewaffnete Banden die Macht in Kiew. Steinmeier protestierte nicht nur nicht, sondern erklärte, er »verstehe eine frustrierte Opposition«, und erkannte die vertragsbrüchigen Putschisten flugs als Regierung an. Seitdem geizt er – als Trio Infernal mit Merkel und Gauck – nicht mit Schuldzuweisungen an Russland. Verklausuliert etwa so: »Eine Politik, die die Ukraine weiter spaltet und sich weitere Teile einverleibt, die können und werden wir nicht einfach hinnehmen.«

Ein Außenminister, der seine eigene Politik nicht weiter hinnehmen will, sollte eigentlich zurücktreten oder sich doch gleich »Kriegsminister« nennen.


Dilettantische deutsche Diplomaten

Nach dem Abgang Otto von Bismarcks haben deutsche Diplomaten nicht mehr den Ruf des Genies, sondern des Dilettanten. Heute können Sie das leicht via Internet herausfinden, falls Sie sich etwas Zeit und Mühe geben und Ihre Frisur es Ihnen gestattet, sich über Blindgänger vom Schlage eines Joachim von Ribbentrop die Haare zu raufen, der Ende der 30er Jahre als deutscher Botschafter in London und dann als Reichsaußenminister tölpelhaft agierte und die englischen Kriegsambitionen gegen das Dritte Reich ignorierte. Ihr Großvater (oder Urgroßvater, Sie wissen besser, was für Ihre Familie passt, ich spare mir fortan das »Ur«) hatte es da schon schwerer. Er glaubte, was Kaiser, Republik, Führer oder die jeweiligen Zeitungen ihm erzählten. Oder eben nicht.

Dumm war Ihr Opa wahrscheinlich nicht. Dümmer als Sie war er bestimmt nicht, falls Sie glauben sollten, Ihr Großvater sei von seinem Regime mehr belogen und manipuliert worden. In diesen Disziplinen ist unser System einfach einsame Spitze. Betrachten Sie nur die beiden Figuren an der Spitze. Ein ehebrecherischer Ex-Pfaffe gaukelt Ihnen vor, eine moralische Instanz zu sein. Und die Kanzlerin hat Erfahrung als »Sekretärin für Agitation und Propaganda« in der DDR. Sie staunen? Sie finden Dr. Joseph Goebbels aufgrund seiner Tätigkeit unsympathisch, Merkel aber ganz in Ordnung? Das ist – mit Verlaub – unlogisch. Der eine Propagandist agitierte für sein Land, der weibliche akut dagegen. Das Regime des Dr. G. ist untergegangen, das Regime der Dr. M. steht kurz vor dieser Erfahrung.

Der Untergang des eigenen Staates ist für die Deutschen in den letzten 100 Jahren geradezu die Normalität. Am wenigsten verdiente dieses Schicksal das Kaiserreich. Ihr Großvater hat sich darin wahrscheinlich wohlgefühlt. Für ihn geht es wirtschaftlich aufwärts, sein Lebensstandard steigt, er hat allen Grund, seiner goldgedeckten Währung zu vertrauen. Er zahlt keine absurd hohen Steuern, seine bescheidenen Abgaben werden auch nicht für fremde Staaten oder Fehlspekulationen von Banken verpulvert. Das schaffen scheinbar nur heutige »Demokraten«, wo feiste Großbanker sogar ihren Geburtstag im Kanzleramt zelebrieren dürfen.

Ihr Opa darf erleben, dass deutsche Universitäten einen überragenden Ruf und so Zulauf von den besten ausländischen Studenten haben. Heere von Asylanten oder Flüchtlingen, die ins Land strömen, sind ihm unbekannt. Manchmal macht er sich doch Sorgen. Wenn etwa in Frankreich offen von Revanche für den Krieg 1870/71 gesprochen wird oder als Bismarck von Bord geht.

Aber es wird bestimmt nicht so schlimm werden, denkt er sich, denn der junge Kaiser ist ja auch ganz vernünftig, sein häufiges Auftreten in Uniform und die zuweilen hochtrabenden Reden sind mit seiner Behinderung am Arm menschlich erklärbar.

Doch im Sommer 1914 fällt ihr Großvater aus allen Wolken. Erzherzog Franz Ferdinand fällt in Sarajewo einem Attentat zum Opfer und trotz Deeskalationsversuchen Kaiser Wilhelms steckt das Deutsche Reich kurz danach aufgrund seiner Bündnisverpflichtung und Nibelungentreue zu Österreich-Ungarn im Krieg. Die Gegner sind Frankreich, England und Russland. Das Deutsche Reich hat seit Langem keine kriegerischen Erfahrungen, denn es erlebt seit 1871 keinen Waffengang – im Gegensatz zu allen anderen Mächten. Doch Deutschland mit seiner verwundbaren Mittelllage in Europa hat einen Plan, um den Krieg schnell zu entscheiden. Wie Deutschland immer bestrebt war, einen Krieg, sollte er nicht zu vermeiden sein, rasch zu Ende zu bringen, während vornehmlich die USA und England an langen Kriegen interessiert waren, um kräftig die Kassen klingeln zu lassen.

Ihr Herr Großvater hofft also auf den Schlieffen-Plan, und diese Hoffnung scheint berechtigt, denn die kaiserliche Armee stürmt durch Belgien rasch in den Rücken der französischen Truppen bis zur Marne vor. Es geht alles glatt, zu glatt, die Franzosen sehen sich schon wieder als Verlierer. In dem Moment verlässt den deutschen Generalstabschef von Moltke die Courage, er stoppt den Vormarsch seiner Soldaten. Und alle haben danach den Salat bzw. den Stellungskrieg. Die Franzosen wundern sich seitdem über das »Wunder an der Marne«.

Gut vier Jahre dauert das Abschlachten. Was macht in der Zeit Ihr Großvater? Als gesunder Mann in den besten Jahren ist er auf dem Schlachtfeld, verliert mit Glück nicht sein Leben, wohl aber sein Vermögen. Denn er hat – wie viele patriotisch gesinnte Deutsche – Kriegsanleihen gezeichnet und seine Frau überzeugt, dem Aufruf der Regierung zu folgen und ihren Goldschmuck für den Krieg zu spenden (»Gold gab ich für Eisen«). Einen handfesten Ehestreit bis hin zur Scheidung löst er damit nicht aus, denn seine Frau ist auch Patriotin. Sie meinen Idiotin?

Nun, nach dem freiwilligen Niederlegen der deutschen Waffen ist pekuniär alles futsch, aber Ihr Großvater am Leben und hofft auf den von US-Präsident Wilson versprochenen gerechten Frieden. Da kann er gleich an den Weihnachtsmann glauben, denn Franzosen und Engländer präsentieren in Versailles ihre Wunschliste zur Ausplünderung und zwingen die deutsche Delegation zur Unterschrift.

Ihre Großeltern sind entsetzt, ihr Land wird betrogen, amputiert und zur Anerkennung der Kriegsschuld genötigt, gleichzeitig die Seeblockade durch England aufrechterhalten, was Hunger am eigenen Herd und Hungertote in der Nachbarschaft bedeutet. Die Jahre nach 1919 werden also auch nicht lustig, die Hyperinflation 1923 schürt Hoffnungslosigkeit, bedeutet das Ende aller Sicherheit und führt zur Vernichtung des in zwei Generationen aufgebauten Vermögens.

»Die goldenen Zwanziger Jahre« gestalten sich besonders golden für Ganoven und gewiefte Geldakrobaten. Immerhin können auch Ihre Vorfahren etwas aufatmen, die Lage verbessert sich mit der Einführung der Reichsmark 1924. Das Volkseinkommen pro Kopf steigt von 1924 bis 1929 im jährlichen Durchschnitt um vier Prozent, die Verbraucherpreise klettern nur moderat. Doch im großen Bild reicht es nur zu einer Atempause im Desaster. Denn es folgt der nächste Tiefschlag imOktober 1929 mit dem Börsencrash am »Schwarzen Freitag«, der eine Weltwirtschaftskrise auslöst und die finanzielle Situation auf Jahre hinaus verschlechtert, denn Ihr Großvater wird arbeitslos. Die deutsche Wirtschaft stürzt 1931/32 katastrophal ab, Massenarbeitslosigkeit ist die Folge. Am 13. Juli 1931 wird die Darmstädter und Nationalbank zahlungsunfähig. Ein Run auf die deutschen Geldinstitute setzt ein, und am 14. und 15. Juli bleiben Banken und Sparkassen geschlossen. Ihr Opa schaut wieder in die Röhre, was öfter brummt, ist höchstens sein Magen. Und in dieser wirtschaftlichen Not gilt es, ein zusätzliches Familienmitglied satt zu bekommen, denn Ihr Vater (oder Großvater, seien wir da großzügig) kommt auf die Welt.

Was tun, fragen sich Ihre Vorfahren? Sie hören immer die Versprechungen der Weimarer Politiker, ihre Lage würde sich bessern, das Unrecht von Versailles revidiert. Aber nichts dergleichen passiert. Die politischen Auseinandersetzungen nehmen an Schärfe zu und werden auch schon mal blutig auf der Straße ausgetragen, was ihnen Angst macht. Zwei linke Parteien bekämpfen sich besonders verbissen – die Kommunisten und die Nationalsozialisten. Die einen wollen den Sozialismus nach Moskauer Vorbild international erzwingen, die andere Partei strebt einen eigenständigen Sozialismus im Mikrokosmos Deutschland an.

Sie wundern sich, schütteln und kratzen Ihren Kopf? »Die Nazis eine linke Partei?« So ist es!

»Aber mein Geschichtsbuch«, höre ich Sie rufen. Werfen Sie es weg oder sehen Sie es als Konkurrenz zu Grimms Märchen und werfen Sie wiederum einen Blick auf die Eingangszitate Napoleons. Und lauschen Sie diesem Kronzeugen, denn Dr. Joseph Goebbels sollte schließlich wissen, für wen und gegen wen er agitierte: »Nichts ist uns verhasster als der rechts stehende nationale Besitzbürgerblock!«

Ihr Großvater (zumindest mein Großvater) hat ihn nicht gewählt, diesen Führer der nationalsozialistischen Partei, der mit gutturaler Stimme seine eindringlichen Reden hielt und dabei immer wieder dasselbe sagte. Im Prinzip sei alles ganz einfach, man müsse ihm nur vertrauen. Nach den versagenden Weimarer Politikern und der extremen wirtschaftlichen Not 1932 konnte Ihr Opa diejenigen verstehen, die die NS-Partei wählen. Am 30. Januar 1933 ist Adolf Hitler Reichskanzler.


»Die zwölf dunkelsten Jahre der deutschen Geschichte«

Die Schulgeschichtsschreibung und »Nachrichtensender« (n-tv, N24) mühen sich nach Kräften, deutsche Geschichte auf die Zeit von 1933 bis 1945 zu kaprizieren, sie aber gleichzeitig im Dunkeln zu lassen. Merken Sie sich einfach – mittlerweile sollten sie sitzen – die beiden Sätze Napoleons zu Beginn dieses Artikels, und Ihnen ist immer klar, was gespielt wird. Weitere Erläuterungen verkneife ich mir, die Strafgesetze der Bundesrepublik Deutschland nehmen mir in beeindruckender Selbstentlarvung eine Menge Arbeit ab.

Wie erleben Ihre Großeltern nun den Umstieg von der Demokratie zur Diktatur, die ihnen ja vorher nicht angekündigt wurde? Nun, zuerst gibt es einen Warnschuss gegen die demokratische Wahlentscheidung der Deutschen. Die große englische Tageszeitung Daily Express titelt am 24. März 1933: »Judea declares war on Germany!«, wonach eine jüdische Organisation zum Handelsboykott gegen das Deutsche Reich aufruft und so die Deutschen zwingen will, den erst wenige Wochen regierenden Kanzler Hitler zu entfernen. Für Ihre Großeltern und die meisten Deutschen, die bereits in bitterer Not leben, ist dies eine unglaubliche Anmaßung und Einmischung. Eine Woche später, am 1. April 1933, kommt es zum Boykott jüdischer Geschäfte in Deutschland, wobei Ihr Geschichtsbuch immer nur ein Bild von einem uniformierten NS-Mann vor einem jüdischen Geschäft aufbietet und schlicht die Kausalität »vergisst«. Diesen Hinweis nehme ich mir quasi als Bonus familiärer Verfolgung heraus, da ein charakterarmes NS-Parteimitglied damals versuchte, die Bäckerei meines Großvaters wegen (banaler) »Geschäfte mit Juden« schließen zu lassen.

In den Folgejahren geht es Ihren Vorfahren deutlich besser, ein für unmöglich gehaltener wirtschaftlicher Aufschwung setzt ein, man hat Arbeit und Geld, erlebt eine imposante Olympiade 1936 und verliert schnell die anfängliche Skepsis gegenüber diesem eigenartigen Mann mit Schnauzbart, dem auch Stück für Stück die Revision des Versailler Unrechts gelingt.

Aber wieder fällt Ihr Opa aus allen Wolken. Am 1. September 1939 bricht offiziell der Krieg mit Polen aus, nach mehr als 200 militärischen Grenzverletzungen von März bis August 1939 durch Polen mit Mord, Brandlegung und Verschleppung. Polen verdankt seine Wiedergründung 1918 zuerst dem deutschen Kaiserreich, das im Frieden von Brest-Litowsk Russland dazu zwingt. Polen attackiert in den Folgejahren sämtliche Nachbarn. Auch 1939 gebärdet es sich aggressiv – etwa mit dem Versuch am 24. August 1939, deutsche Verkehrsflugzeuge auf dem Weg nach Ostpreußen abzuschießen – gegenüber dem Deutschen Reich, da es eine Beistandsgarantie von England hat. Am 3. September 1939 sitzt Reichskanzler Hitler kleinlaut da und stammelt nur »Was nun?«, als die Kriegserklärung Englands in Berlin eintrudelt. Als außenpolitischer Traumtänzer hat er sich verrechnet, nämlich damit gerechnet, dass die britischen »Herrenmenschen« nicht gegen Deutschland in den Krieg ziehen. Winston Churchill dagegen ist gut gelaunt und macht schockierend klar, worum es geht: »Dieser Krieg ist ein englischer Krieg, und sein Ziel ist die Vernichtung Deutschlands.« Dieses Ziel hat er auch erreicht und weite Teile Europas gleich mit zertrümmert.

Sie finden das alles irritierend? Und Ihr Geschichtsbuch hat Ihnen etwas anderes erzählt? Dann blicken Sie bitte wieder auf die Napoleon-Zitate am Anfang und sagen sich »Aha«.

Ihre Großeltern sind fassungslos bei Kriegsausbruch. Haben sie doch schon Entbehrungen und Angst 1914 bis 1918 erlebt, danach Hunger, Armut und turbulente Zeiten. Es bleibt ihnen noch ein wenig Hoffnung durch deutsche Siege und Friedensangebote. Sie wissen zum Glück nicht, was ihrer Familie und dem Deutschen Reich bis 1945 bevorsteht. Die Hoffnung stirbt, als Hitler den USA im Dezember 1941 aus Nibelungentreue zum Bündnispartner Japan den Krieg erklärt, nachdem US-Präsident Roosevelt vorher Nippon zum Angriff auf Pearl Harbor provoziert und bereits lange einen unerklärten Krieg gegen deutsche U-Boote führt. Nun heißt es wieder: WELTKRIEG!

Wer nach Kriminalistenart »Cui bono?« (Wem nützt es?) fragt, landet sofort bei Roosevelt, dessen erfolglose Wirtschaftspolitik erst durch Krieg(splanung) endet. Die Europäer (ver)bluten, Millionen vorher arbeitslose US-Amerikaner sorgen in den Fabriken für gigantischen Nachschub oder stecken selbst in Soldatenkluft. Und Banker sowie Großindustrielle in God´s own country erfreuen sich nach 1914/18 schon wieder an märchenhaften Profiten.

Ihre Eltern und Großeltern sind in den Kriegsjahren schon froh, wenn sie an der Front oder in den bombardierten Städten überleben und ein wenig Essen und Schlaf finden. Sie hören die Goebbelsche Propaganda, aber was sollen sie tun, wenn die alliierten Kriegsgegner die »bedingungslose Kapitulation« Deutschlands fordern und gleichzeitig Pläne für die Ausrottung der Deutschen nach Kriegsende (Morgenthau, Kaufman) ausarbeiten und verbreiten? So zwingt manjedes Volk zum Kampf bis zum bitteren Ende.


Auferstanden aus Ruinen

Am 8. Mai 1945 ist dieses Drama offiziell vorbei und Deutschland eine ausgebombte Trümmerwüste. Fast jede deutsche Familie hat Tote zu beklagen – auf dem Schlachtfeld, in den mit Phosphor- und Brandbomben terrorisierten Städten, bei der Flucht und Vertreibung aus dem Osten, in den Lagern der Sieger.

40 Jahre später nennt Bundespräsident Richard von Weizsäcker in einer Gedenkrede diesen 8. Mai 1945 »Tag der Befreiung«, obwohl er weiß, dass danach noch mehr als drei Millionen Deutsche umkamen. Er selbst ist 1946 Hilfsverteidiger beim Nürnberger Kriegsverbrecherprozess für seinen Vater Ernst von Weizsäcker, der als früherer Staatssekretär im Reichsaußenministerium auf der Anklagebank sitzt.

Ihre Großeltern interessiert das damals wahrscheinlich wenig, sie stehen unter Schock und beginnen bald, die Trümmer wegzuräumen. Sie hören schockierende Berichte über Verbrechen der NS-Führung bald auch in deutschen Medien, ohne zu wissen, dass die Lizenzen für Zeitungen etc. von den Siegern an opportunistische Deutsche mit NS-Vergangenheit vergeben werden und ein US-Programm zur »Umerziehung des deutschen Volkes« existiert. Diese Herrschaften bewältigen bis heute ihre eigene unfeine (Familien-) Vergangenheit auf dem Rücken aller Deutschen und sahnen dabei auch noch kräftig ab. »Hauptsache, wir leben noch«, sagen sich Ihre Vorfahren. Was die Sieger sich an Industrieanlagen, Wertgegenständen, Patenten etc. unter den Nagel reißen, übersteigt jedes Vorstellungsvermögen. Es ist der größte Raub der Geschichte.

Dann fällt der Vorhang, er wird schnell »eisern« genannt, die Allianz gegen Deutschland zerstreitet sich, wir als Verlierer sind geteilt in Ost und West und tanzen nach der Pfeife unserer neuen Herren. Die US-Pläne zur systematischen Ausrottung der Verlierer werden wieder in die Schublade gelegt, man hat ja – auch nach der Kapitulation – genügend Deutsche gekillt, und die übrigen eignen sich doch prima als Bauernopfer in einem künftigen Krieg gegen den früheren Verbündeten. Denkt sich Uncle Sam und auch Uncle Joe (Stalin).

Ihre mittlerweile nicht mehr so taufrischen Großeltern zählen zur ersten Generation, die zwei Weltkriege erlebt und zweimal den Kürzeren zieht. Sie sind entsprechend bedient.

Wie schon 1924 bringt die Einführung einer neuen Währung – der Deutschen Mark – 1948 die Wende zum Besseren. Dabei wird auch pekuniär geblutet. Besitzen Ihre Vorfahren nach dem Inferno des Krieges noch Geldvermögen und Immobilien, werden sie nach dem 20. Juni 1948 gerupft. Die Reichsmark wird zehn zu eins – und schlechter – auf Deutsche Mark umgestellt. Dann sieht das Lastenausgleichsgesetz eine Vermögensabgabe in Höhe von 50 Prozent des vermögenssteuerpflichtigen Vermögens vor (Freibetrag maximal 5000 Mark, abstotterbar über 30 Jahre). Möchtegern-Schlaumeier, die sich in schlechter Reichsmark verschulden, verspekulieren sich, denn die Hypothek verschwindet nicht, sondern der Immobilienbesitzer schuldet nun sowohl der Bank als auch dem Finanzamt Deutsche Mark. Also Achtung, falls Sie bei der Sch(w)undwährung Euro in die Richtung denken.

Wieder einmal profitiert der Staat 1948 von der Währungsreform, der Bürger, der ja für die Torheiten des Staates »bürgt«, ist der Dumme. Eine Konstante, besonders in der deutschen Geschichte, die Sie bald selbst erleben.

Aber Hauptsache, Ihre Vorfahren dürfen wieder wählen gehen, weil sie im »freien« Westen leben. Aber haben sie auch eine Wahl? Wer sie für dumm verkaufen darf? Zuerst kommt Konrad Adenauer mit einer Stimme Mehrheit ans Ruder, »der Bundeskanzler der Alliierten« (so sein SPD-Widersacher Dr. Kurt Schumacher), gefolgt vom versierten und ehrlichen, aber politisch unerfahrenen Ludwig Erhard. In den 50er Jahren erleben Ihre (Groß)eltern eine von Jahr zu Jahr wachsende Wirtschaft, die Arbeitslosigkeit ging immer nur zurück. Erste wirtschaftliche Probleme löst die erste »Große Koalition« von 1966 bis 1969 unter Kanzler Kiesinger im Geschwindmarsch. Die am meisten unterschätzte und erfolgreichste Regierung in der Geschichte der Bundesrepublik besteht aus Experten – mit Finanzminister Franz Josef Strauß, Wirtschaftsminister Karl Schiller und Wilhelm Hankel, dem ehrbaren und unvergessenen Streiter für ehrliches Geld und gegen den Euro bis ins hohe Alter.


Die geistig-moralische Rutschbahn

An dieser Stelle würde ich gerne aufhören. Denn es kommt für Sie, Ihre Eltern und uns alle nur noch die geistig-moralische Rutschbahn statt der von Kohl später versprochenen geistig-moralischen Wende. Damals ahnt dies kaum jemand, denn 20 gute Jahre hat man erlebt und damit kaum Sorgen. Dann werden Ihre (Groß-) Eltern übermütig und wählen Willy (Brandt alias HerbertErnst Karl Frahm), der »mehr Demokratie wagen« will, was übersetzt heißt: mehr Geld ausgeben, die Wähler mit ihrem eigenen (Steuer-) Geld »kaufen« und dabei den Staatsapparat aufblähen. Das hat er dann geschafft, der Freund der Damen und des Alkohols, der im norwegischen Exil ein Buch mit dem Titel »Verbrecher und andere Deutsche« schrieb. Wissen/wussten das seine Wähler?

In der SPD weiß man 1972 immerhin, wie das konstruktive Misstrauensvotum gegen Kanzler Brandt zu überstehen ist – mit Bestechung finanziell klammer CDU-Abgeordneter. Durch dieses Gaunerstück wird der CDU- und Ehrenmann Rainer Barzel nicht Kanzler. Damit nimmt das Unheil für Deutschland seinen Lauf, wir erdulden den Weltökonomen Helmut Schmidt (fünf Prozent Inflation sind ihm lieber als fünf Prozent Arbeitslosigkeit), das leuchtende Vorbild aller Politmafiosi Helmut Kohl (verrät Parteispender nicht, dafür die Deutschen, als er ohne Not die D-Mark opfert), Gerhard Schröder und »Joschka« Fischer (der Jurist und der Dampfplauderer ohne Schul- und Berufsabschluss zeigen, wie man einen Angriffskrieg gegen Serbien führt). Nun gönnen Sie sich als oberste Repräsentanten zwei ostdeutsche Geisterfahrer mit Stasi-Geruch, die in hündischer Ergebenheit vor den USA kriechen und mit ihrer aggressiven Rhetorik den Frieden in Europa gefährden.


Deutsche Dauerdefizite

Was ist nur mit uns Deutschen los? Warum wundern wir uns nicht, dass jeder Kanzlerkandidat vor der Wahl nach Washington tingelt und dort seinen Antrittsbesuch macht? Warum wohl? Vielleicht, um sich dort die neuesten Kochrezepte abzuholen? Unsere Regierungsvertreter sind gerade mal Nick-Dackeln (die Sie von Auto-Rückfenstern kennen) für US-Interessen vergleichbar. Vor 1914 und selbst vor 1939 wurden die Deutschen weniger auf Krieg eingestimmt.

Warum wählen wir immer drittklassigere Figuren, die aus Dummheit, Eitelkeit oder ferngesteuert ihre Bürger verachten, das Grundgesetz missachten und uns die darin vorgeschriebene Verfassung seit 1990 vorenthalten?

Warum lassen wir uns ausplündern und uns alles aufbürden (seit 1945 ohne Friedensvertrag, Tribut- und Transferzahlungen, »Euro-Rettung«), akzeptieren fremde Truppen im Land?

Warum nehmen wir alles hin, was uns angelastet wird, sei es auch noch so grotesk, wagen uns nicht ans Hinterfragen, während wir selbst keine Gräuelmärchen (wie England 1914: Deutsche Soldaten hacken belgischen Kindern die Hände ab) erfinden. In welchem anderen Land ist es möglich, dass eine dämliche Dame herumläuft und propagiert: »Bomber-Harris, do it again!«

Bilden sich die Deutschen, die zur Euro-Einführung stereotyp sagen »Wir wurden ja nicht gefragt«, wirklich ein, Demokraten zu sein? »Während der deutsche Lebensstandard seit Einführung des Euros gegenüber der Vor-Euro-Zeit kaum noch wuchs, stieg der Wohlstand pro Kopf der Bevölkerung in der Schweiz im gleichen Zeitraum um mehr als das Doppelte (bei ähnlicher Produktivität der Beschäftigten)«, so die Finanzwoche. Deutlich genug? Oder wachen Sie erst auf, wenn der Euro wertlos ist? Andere können nur mit uns machen, was wir mit uns machen lassen.

Bewegen Sie Ihren Allerwertesten! Wenn vielleicht auch nicht für Einigkeit und Recht und Freiheit, dann zumindest für den Frieden und damit Ihren Kindern zuliebe. Tauchen Sie vor dem Reichstag in Berlin auf – zivilisiert und friedlich, versteht sich, Sie gehören ja nicht zur ReGIERung – und befördern Sie die Zumutung im Hosenanzug samt ihrem Muppet-Show-würdigen Kabinett dorthin, von wo sie ihre Anweisungen erhalten. Ob dies nun Brüssel, Tel Aviv, New York oder Washington ist – Hauptsache, die Bande ist weit weg.


Sing Halleluja!

Christian Wolf betrachtet die Geschehnisse in Deutschland und Europa von einem anderen Kontinent aus, damit dem Abendland wenigstens sein Nachruf sicher ist.

Quelle: http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/christian-wolf/dumm-duemmer-deutsch-das-dauerdrama.html;jsessionid=B71FBC40E959D8FF239F6469B990EAA1

Montag, 26. Januar 2015

Das Turiner Grabtuch ist echt! – Drei neue Datierungsmethoden weisen ins 1. Jahrhundert

Anmerkung: Es gibt wohl keine "Reliquie" der mehr Forschungsaufwand gewidmet wurde wie dem Turiner Grabtuch. Angeblich soll es das Grabtuch gewesen sein, in das Jesus nach seiner Kreuzigung gehüllt wurde. Nach einem Radiokarbontest, der die Entstehung des Turiner Grabtuchs ins 14.Jahrhundert verlegte und damit eine mittelalterliche Fälschung bewiesen haben wollte, wurde der "Betrug" um das Grabtuch durch die Massenmedien publik gemacht. Zweifel an dem Radiokarbontest kamen sehr schnell auf und es ist Holger Kersten und Elmar Gruber zu verdanken, dass sie in ihrem Buch "Das Jesus Komplott" den wissenschaftlichen Betrug um den Radiokarbontest aufdeckten. Jetzt ist es Giulio Fanti, Professor für Technische Chemie an der Universität Padua, gelungen anhand drei verschiedener Datierungsmethoden das Alter des Grabtuchs zu bestimmen. Es stammt tatsächlich aus dem 1. Jahrhundert. 

Da die Themen "Jesus" und "Christentum" auch in der Wahrheitsbewegung heiß diskutiert werden, möchte ich diese Gelegenheit auch nutzen, um auf eine Falschinformation hinzuweisen, die von Holger Kersten und Elmar Gruber wieder in Umlauf gebracht wurde, aber als wissenschaftlich erledigt angesehen werden muss. Der Abdruck des in das Leinentuch eingehüllten Körpers auf dem Grabtuch ist nicht durch spezielle Öle oder Spezereien zustande gekommen, mit denen der Körper nach der Kreuzabnahme einbalsamiert wurde. Die Herkunft des menschlichen Abdruckes auf dem Grabtuch ist nach wie vor ein Rätsel und ungelöst. Wer sich neutral über die Forschung zum Grabtuch informieren möchte, dem empfehle ich das Studium dieser Diplomarbeit:


Giulio Fanti ist Katholik und davon überzeugt, dass der rätselhafte Abdruck auf dem Grabtuch durch eine Art elektrische Entladung während der Auferstehung Jesu entstanden ist. Das ist zwar eine Möglichkeit, aber nach wie vor Spekulation.



(Turin) Das Grabtuch von Turin ist für die Gläubigen eine Reliquie und daher Gegenstand der Verehrung. Laut katholischer Überlieferung handelt es sich um das Leinentuch, in das der Leichnam Jesu nach seinem Tod am Kreuz eingewickelt und in dem er in das Grab des Joseph von Arimathäa gelegt wurde. Das Evangelium überliefert, daß am dritten Tag ein Engel vor dem offenen Grab stand, obwohl es von Soldaten bewacht war. Christus war mit seinem Leib auferstanden. Im leeren Grab fand sich nur mehr sein Leichentuch.

Das Leinentuch mit den Umrissen eines verwundeten Mannes fasziniert die Menschen und stellt die Wissenschaft nach wie vor vor große Rätsel. Kirchenferne tun sich besonders schwer damit. Der Faszination des Tuches können sie sich nicht entziehen. Eine übernatürliche Entstehung wollen sie aber nicht gelten lassen. Da kommen dann auch reichlich abstruse Theorien auf, wie jüngst die in einigen großen Medien verbreitete These, die Darstellung auf dem Tuch sei durch ein schweres Erdbeben entstanden.

Giulio Fanti, Professor für Technische Chemie an der Universität Padua veröffentlichte soeben zusammen mit Pierandrea Malfi ein neues Buch über das Turiner Grabtuch. Der Titel lautet: La Sindone: primo secolo dopo Cristo!(Das Grabtuch. Erstes Jahrhundert nach Christus!, Edizioni Segno, 425 Seiten, 20 Euro). „Dank eines Projekts der Universität Padua war es möglich, auf der Grundlage mechanischer und opto-chemischer Analysen alternative Datierungsmethoden für das Grabtuch von Turin zu entwickeln. Die Ergebnisse dieser Analysen ergaben Datierungen, die alle untereinander kompatibel sind und bei einer Schwankungsbreite von 250 Jahren als Mittelwert das Jahr 33 nach Christus ergeben.“ Vatican Insider führte mit Professor Giulio Fanti ein Interview.

Warum das Ausrufungszeichen im Titel?

Fanti: An sich eine Sinnwidrigkeit, weil meine Datierungen falsch sein könnten. Ich habe es jedoch absichtlich gesetzt als Antwort auf das, was nach der Radiokohlenstoffdatierung von 1988 geschehen ist, als die damals beteiligten Wissenschaftler ein „abschließendes“ Ergebnis veröffentlichten, das gewissermaßen nicht mehr diskutierbar sein sollte. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es aber nichts, was nicht diskutabel wäre. Und so war es dann ja auch. Sie lagen falsch. Die Wissenschaftler damals ließen sich vor einer Tafel fotografieren, auf der das Ergebnis ihrer Radiokohlenstoffdatierung stand, das mit einem Ausrufungszeichen versehen war. Als Antwort auf dieses Foto habe ich nun im Titel unseres Buches ebenso ein Ausrufungszeichen gesetzt: eine kleine Provokation.

Die Radiokohlenstoffdatierung von 1988 dekretierte, daß das Grabtuch aus dem Mittelalter stamme. Sie sagen, daß das nicht stimmt. Könnten aber nicht auch Ihre neuen Datierungen falsch sein?

Fanti: Wir wissen, daß die Radiokohlenstoffdatierung von 1988 falsch ist. Das wurde durch eine Reihe von Aufsätzen in internationalen Fachzeitschriften nachgewiesen. Die damalige Datierung ließ einige Aspekte außer Betracht, so auch das Phänomen eines Brandes. Nach den Analysen von 1978 und 1988 wurde das Grabtuch dem Monoterpen Thymol ausgesetzt, einem sehr starken Bakterizid, das jedoch den C-14-Anteil vor allem auf alten Textilien verändert. Aus chemischer Sicht weiß man daher: sollte das Grabtuch heute erneut einer C-14-Analyse unterzogen werden, würde sich die Thymol-Einwirkung auf die Datierung niederschlagen. Das sage ich nicht, um zu kritisieren, was damals gemacht wurde. Allerdings kann sich das Grabtuch dadurch im Lauf von zwanzig oder dreißig Jahren verjüngt haben. Im Licht dessen, was in diesen jüngsten Jahrzehnten geschehen ist: Wer kann uns sagen, daß das Grabtuch im ersten Jahrtausend nicht mit irgendeinem Konservierungsstoff aufbewahrt wurde, der erheblich eingewirkt hat? Heute wissen wir jedenfalls, daß die Radiokarbondatierung für das Grabtuch systematische Probleme aufwirft, weil der natürliche Zerfallsprozeß theoretisch zwar konstant ist, aber durch äußere Ereignisse, von denen wir keine Kenntnis haben, verändert worden sein kann. Deshalb haben wir diese alternativen Datierungen entwickelt. Ich konnte dabei verschiedene Methoden wissenschaftlich systematisieren und dabei bestätigen, was der amerikanische Chemiker Ray Rogers bereits vor einigen Jahren durch eine Analyse festgestellt hatte: das Grabtuch ist älter als das Mittelalter. Ich präsentiere im Buch drei voneinander unabhängige Methoden, deren Ergebnisse jedoch alle untereinander übereinstimmen. Alle datieren das Grabtuch viel früher als die Radiokohlenstoffanalyse und deutlich vor dem Mittelalter, nämlich ins 1. Jahrhundert nach Christus. Wir haben heute damit fünf verschiedene Datierungsmethoden: die Radiokarbonmethode, meine drei und jene von Rogers. Auch wir könnten uns geirrt haben. Doch vier verschiedene voneinander unabhängige Methoden, die zum selben Ergebnis gelangen, sprechen dann doch eine deutliche Sprache. Solange diese Ergebnisse nicht widerlegt werden, und ich kann mir kaum vorstellen, wie das möglich sein sollte, haben diese Ergebnisse wissenschaftliche Gültigkeit. Damit hat das 1. Jahrhundert nach Christus die größte Wahrscheinlichkeit als Entstehungszeitraum für das Turiner Grabtuch. Diese Datierung entspricht genau der Zeit, in der Jesus von Nazareth in Palästina gelebt hat. Wir warten nun auf die Reaktionen der übrigen Wissenschaftswelt. Bisher erreichten uns nur bestätigende und zustimmende Reaktionen, aber keine Widerlegung.

Wer ist aber der auf dem Grabtuch dargestellte Mann?

Fanti: Wenn wir im wissenschaftlichen Rahmen bleiben, können wir ihm keinen Namen geben. Interessant ist jedoch, daß alle Indizien – und davon gibt es insgesamt Hunderte – auf eine bestimmte Person hinweisen und dieser entsprechen. Zum Beispiel, um einfach ein Indiz herauszugreifen: Die Römer kreuzigten Zehntausende von Menschen, weshalb der Mann des Grabtuchs einer von diesen vielen sein könnte. Dem ist aber nicht so, weil die Kreuzigung des Mannes auf dem Leinentuch besonders war und es schwer vorstellbar ist, daß andere Kreuzigungen genauso stattgefunden haben, wie es bereits im ersten Jahrhundert beschrieben wurde: es sind die Kopfwunden einer Dornenkrone; die Kreuzigung war eine Strafe für sich, im Falle von Jesus kam jedoch auch die Strafe der Geißelung dazu, weil Pontius Pilatus ihn eigentlich hart strafen, aber dann freilassen wollte, stattdessen wurde eine doppelte Bestrafung daraus. Der Mann des Leinentuches weist auch die Wunden einer harten Geißelung auf. Diese doppelte Strafe war für die Römer untypisch, weil unlogisch, da die höhere Strafe ohnehin die Todesstrafe war. Wie diese gibt es zahlreiche weitere Indizien. Um nicht zu glauben, muß ein Mensch angesichts der Indizien- und Faktenfülle schon seinen ganzen Willen aufbringen.

Wie kann die Darstellung des Mannes auf dem Leinentuch entstanden sein?

Fanti: Da es noch immer keine Möglichkeit gibt, den Vorgang zu wiederholen, ist die Entstehung nicht mit wissenschaftlicher Klarheit zu erklären. Beim derzeitigen Wissensstand scheint es sich um eine Explosion von Energie gehandelt zu haben, die aus dem Inneren des eingewickelten Körpers kam. Diese Energie war wahrscheinlich elektrisch und entfaltete ein besonderes Phänomen, das Koronaentladung genannt wird (eine Myriade von Mikroentladungen zwischen Elektroden von sehr hohem Potential). Während aus wissenschaftlicher Sicht beträchtliche Schwierigkeiten bestehen, sich das Umfeld vorzustellen, in dem sich dieses Phänomen stattfinden könnte (sehr starke Erdbeben oder Gewitter), erklärt sich alles exakt aus Sicht der katholischen Religion. Die Auferstehung mit dem daraus folgenden Austritt aus dem Leichentuch, der mechanisch transparent wurde. Das ist nicht die „Phantasie“ irgendeines leichgläubigen Fideisten, sondern durch zahlreiche wissenschaftliche Indizien gestützt. Wir haben einerseits die Aussagen von Augenzeugen und ein zeitgenössisches schriftliches Dokument. Und wir haben das Grabtuch von Turin. Die Ergebnisse sind kompatibel und sind als Übereinstimmung auch wissenschaftlich haltbar.

Welchen Indizien meinen Sie im Besonderen?

Fanti: Zum Beispiel das menschliche Blut, das sich im Leichentuch erneut verflüssigte, als dieses dem feuchten Ambiente des Grabes ausgesetzt war. Ein Phänomen, das Fibrinolyse genannt wird und das Abdrücke auf dem Leinengewebe hinterlassen hat ohne die geringste Spur einer Verwischung, die hingegen selbstverständlich und unvermeidlich gewesen wäre, wenn die eingewickelte Leiche physisch bewegt und aus dem Leinentuch ausgewickelt worden wäre. Es sind zwei unterschiedliche Schichten des Grabtuchs um den Körper des Mannes erkennbar: eine die enger gewickelt war während des Austretens des Blutes; eine flachere, die auf die Energientladung zurückgeht, durch die die einzige „Photgraphie“ entstand, die Jesus uns von sich und seiner schmerzvollen Passion hinterlassen hat.

Einleitung/Übersetzung: Giuseppe Nardi

Quelle: http://www.katholisches.info/2014/02/25/das-turiner-grabtuch-ist-echt-drei-neue-datierungsmethoden-weisen-ins-1-jahrhundert/

Sonntag, 25. Januar 2015

Armut nimmt in Deutschland zu, trotz Arbeit

Anmerkung: Was wir in der Finanzkrise beobachten können ist das langsame Abrutschen in die Deflationsspirale. Wir bewegen uns nicht, wie von vielen vermutet, auf eine plötzliche Hyperinflation zu, sondern auf eineschleichende Deflation, die den "Wohlstand" in diesem Land vernichten wird. 

Zwischen 2008 und 2013 hat die Zahl derjenigen, die in Deutschland trotz Arbeit unterhalb der Armutsgrenze leben mussten, um 25 Prozent zugenommen. Der Sozialverband VdK nennt die Entwicklung „erschreckend“.

Suppenküche des Diakonischen Werks: Trotz Arbeit nur jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit.Suppenküche des Diakonischen Werks: Trotz Arbeit nur jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit.

Saarbrücken – Arm trotz Arbeit: In Deutschland können immer mehr Erwerbstätige kaum von ihrem Einkommen leben. Ende 2013 bezogen nach einer Auswertung des Statistischen Bundesamts rund 3,1 Millionen Erwerbstätige ein Einkommen unterhalb der Armutsschwelle. Das waren 25 Prozent mehr als 2008, als diese Zahl noch bei rund 2,5 Millionen lag, wie dieSaarbrücker Zeitung (Samstag) unter Berufung auf eine Sonderauswertung der Statistiker berichtete.

Als armutsgefährdet gilt dem Bericht zufolge, wer einschließlich aller staatlichen Transfers wie zum Beispiel Wohn- oder Kindergeld weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens erzielt. 2013 lag diese Schwelle in Deutschland bei 979 Euro netto im Monat. Nach Angaben der Statistiker waren 16,1 Prozent der Bevölkerung damals armutsgefährdet.

Haushaltsbefragungen ergaben, dass 379 000 der armutsgefährdeten Erwerbstätigen im Jahr 2013 ihre Miete nicht rechtzeitig bezahlen konnten. 417 000 sparten beim Heizen, 538 000 beim Essen, indem sie nur jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit zu sich nahmen. Für rund jeden zweiten Betroffenen (1,5 Millionen) sei bereits ein einwöchiger Urlaubsaufenthalt im Jahr nicht bezahlbar gewesen.

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach sprach am Samstag von einem „Skandal“ in einem der reichsten Länder der Erde. Der gesetzliche Mindestlohn werde nicht reichen, umArmut trotz Arbeit zu beseitigen. Nötig seien auch bessere Sozialleistungen.

„Vielerorts explodieren die Mieten – deshalb muss dringend das Wohngeld angehoben werden, damit auch Menschen mit niedrigen Einkommen ihre Mietkosten begleichen können.“

Auch der Kinderzuschlag für Geringverdiener müsse erhöht werden. Die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Ulrike Mascher, sagte der Zeitung:

„Die Zahl der Erwerbstätigen, die mit ihrem Einkommen knapp unter oder geringfügig über den staatlichen Hartz-IV-Leistungen liegen, ist erschreckend hoch.“

Für viele sei offenkundig das Wohngeld unzureichend, um einigermaßen über die Runden zu kommen. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken, Sabine Zimmermann, forderte eine rasche Anhebung des Mindestlohns von 8,50 auf 10 Euro.

Samstag, 24. Januar 2015

Jospeh Jordan: Die verschwiegene Seite des UFO-Phänomens

Joseph Jordan ist Mitarbeiter von MUFON und war dort viele Jahre lang als Direktor in Brevard County, Florida, tätig. Joseph Jordan arbeitete 16 Jahre als sog. Ufologe. Er gründete die CE4 Research Group, um die Fälle von sog. "UFO-Kontaktlern" näher zu untersuchen. Dabei stellte er fest, dass es eine verschwiegene Seite des UFO-Phänomens gibt, die zwar vielen Ufologen bekannt ist, aber bisher nicht an die Öffentlichkeit gebracht wurde. Das Forschungsmaterial ist in der Tat riesig und die Schlussfolgerungen daraus sehr verblüffend. Ich möchte niemanden zu irgendetwas bekehren oder Werbung für Jesus Christus machen, aber dieses Material möchte ich niemanden vorenthalten. Bildet Euch eine eigene Meinung dazu!


Mittwoch, 21. Januar 2015

Fünf Irrtümer zur Hexenverfolgung

Geschichtsbilder werden gemacht. Anders geht es ja auch gar nicht, schließlich kann Niemand die Zeit zurückdrehen, um sich persönlich von historischen Gegebenheiten ein eigenes Bild zu machen. Rekonstruktionen (vor allem räumliche) prägen also unser Bild vom Vergangenen. Wenn diese falsch sind, weil sie auf fehlerhaften Annahmen basieren, ist das Bild, das wir haben, ein falsches. Besonders bei Themen, die bis heute emotional aufgeladen sind, setzen sich die Bilder durch, die das Befinden der Mehrheit bedienen. Ob sie wahr sind, ist zweitrangig.

Die fehlerhaften Darstellungen in populärwissenschaftlichen Medienberichten und die daraus folgenden Fehlurteile basieren dabei zum Teil auf waschechten Fälschungen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Thema „Hexen“. Oft ist zu hören und zu lesen, die (katholische) Kirche habe im Mittelalter Millionen von Frauen in Europa als Hexen verbrannt, bevor die Aufklärung kam und dem Spuk ein Ende bereitete. In dieser Aussage stecken fünf Fehler.

Erster Fehler: Die Zeit. Die meisten Hexenverbrennungen gab es in Europa nicht im Mittelalter, sondern in der Frühen Neuzeit; die letzte Hexe wurde in Deutschland 1775 verbrannt – die Aufklärung war da schon ein Jahrhundert lang der Hauptstrom europäischer Geistesgeschichte.

Zweiter Fehler: Die Opfer. Es waren nicht „8 oder 9 Millionen Opfer“, wie die NS-Propaganda vermutete, sondern – nach derzeitigem Forschungsstand – etwa 50.000. In 350 Jahren europäischer Hexenverfolgung (1430-1780). Die Christenverfolgung führt übrigens jedes Jahr zu mehr als doppelt so vielen Opfern. Es wundert daher schon, dass man als katholischer Christ wesentlich häufiger auf die Hexenverfolgung angesprochen wird, die seit einem Vierteljahrtausend der Vergangenheit angehört (jedenfalls soweit es eine europäische, „christlich“ motivierte war), als auf die Christenverfolgung, die jetzt stattfindet. Die Opfer waren darüber hinaus nur in Deutschland mehrheitlich Frauen, sonst war das Geschlechterverhältnis zahlenmäßig mindestens ausgeglichen, z. T. waren die Männer in der Mehrzahl; in Island waren 90 Prozent, in Estland 60 Prozent der Opfer Männer.

Dritter Fehler: Die Täter. Rund die Hälfte der 50.000 Opfer lebte auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Wenn man davon ausgeht (und davon darf man aufgrund der Quellenlage wohl ausgehen), dass die Opfer zahlenmäßig zwischen protestantischen und katholischen Gebieten des Reichs ungleich verteilt waren – zu Lasten der protestantischen Gebiete –, dann hat die Katholische Kirche die Verantwortung für etwa 10.000 Todesopfer.

Interessant ist auch der Zusammenhang von Inquisition und Hexenverbrennungen: Nur an einigen hundert der über drei Millionen Hexenprozesse (Schuldspruchquote: 1,5 Prozent) war die Inquisition beteiligt. Die Hexenprozesse fanden in der Tat vor weltlichen Gerichten statt. Die Inquisition interessierte sich nämlich hauptsächlich für Ketzer, nicht für Hexen. Im katholischen Spanien hat es keine Hexenverfolgung gegeben – wegen der Inquisition. Auch in Italien sorgte die Inquisition dafür, dass so gut wie keine Hexe verbrannt wurde. In Rom – dem vermeintlichen Zentrum des Grauens – wurde nie eine Hexe oder ein Zauberer verbrannt. Die Katholische Kirche hat die Hexenverfolgung niemals offiziell bejaht.

„Ja, aber der ,Hexenhammer’!“ Oft wir unterschlagen, wie es eigentlich zu dem berüchtigten „Hexenhammer“ (Malleus Maleficarum, 1486) kam. Heinrich Kramer (Institoris) schrieb ihn, weil er in Innsbruck erfolglos einen Hexenprozess angestrengt und kurz darauf des Landes verwiesen wurde. Von wem? Vom Bischof Georg Golser. Der „Hexenhammer“ ist eine Reaktion darauf gewesen. Die Bulle, auf die sich Kramer in Innsbruck berief, Summis desiderantes affectibus (1484), enthielt im Übrigen die Aufforderung, verdächtige Personen ernsthaft zu prüfen und bei bestätigendem Ergebnis zurechtzuweisen, zu inhaftieren und zu bestrafen – nicht aber, sie zu verbrennen. In der Praxis hat das den Hexenwahn eher gemindert als befördert. Kirchenrechtlich hat die „Hexenbulle“ übrigens nie Bedeutung erlangt, maßgebend war immer der Canon episcopi, der Hexenglaube als Einbildung ablehnte und bis zur Kirchenrechtsreform von 1918 im maßgeblichen CIC enthalten war; „Summis desiderantes affectibus“ taucht dagegen in keinem Verzeichnis auf. Wie gesagt: Die Katholische Kirche war gegen die Hexenverfolgung – im Gegensatz zu Luther und Calvin. Martin Luther war ein Verfechter der Hexenverfolgung, denn er war überzeugt von der Möglichkeit des Teufelspaktes und des Schadenszaubers. In einer Predigt vom 6. Mai 1526 sagte er über Hexen und Zauberer: „Sie schaden mannigfaltig. Also sollen sie getötet werden, nicht allein weil sie schaden, sondern auch, weil sie Umgang mit dem Satan haben.“ – Fairerweise muss man aber sagen, dass sowohl katholische wie auch protestantische Theologen gegen den Hexenwahn angekämpft haben. Neben Jesuiten wie Spee und Laymann etwa Johann Weyer (Konfessionszugehörigkeit umstritten, wahrscheinlich Konvertit) und der reformierte Anton Praetorius.

Vierter Fehler: Der Ort. Der Schwerpunkt der Hexenverfolgung lag nicht in Europa, sondern liegt im heutigen Afrika: „Die intensivste Hexenverfolgung“, so schreibt der Theologe Richard Schröder in Abschaffung der Religion? Wissenschaftlicher Fanatismus und die Folgen (2008), „fand 2001 statt“, und zwar im „östlichen Kongo“. Dort hat sie alles andere als „christliche“ Gründe. Es gibt Schätzungen, die im Zusammenhang mit Hexenkulten im heutigen Afrika von mehreren tausend Opfern jährlich ausgehen. Dieser Umstand ist hierzulande meist unbekannt.

Fünfter Fehler: Das Ende. Interessant ist auch, wie der Hexenwahn – in Europa! – sein Ende fand. Noch einmal Schröder: „Durch die Aufklärung, sagt man. Das stimmt so nicht. Er kam nämlich schon im 17. Jahrhundert weithin zum Erliegen.“ Es gab nämlich massiven Widerstand. „Die Gegner waren Theologen und Juristen, die sich als Christen verstanden.“ Einer davon war der schon erwähnte Friedrich Spee von Langenfeld. 1631 erscheint sein Hauptwerk, die Cautio criminalis („Rechtliches Bedenken wegen der Hexenprozesse“), die nur wenige Woche nach Erscheinen vergriffen ist. In diesem Buch entlarvt er die Hexenprozesse als Farce und die Vollstreckung der Urteile als Mord. Im Zentrum der Kritik steht die Anwendung der Folter, die damals zur Wahrheitsfindung eingesetzt wurde. Spee hält Folter zwar auch für moralisch verwerflich („Kein deutscher Edelmann würde ertragen können, daß man seinen Jagdhund so zerfleischte. Wer soll es da mit ansehen können, daß ein Mensch so vielmals zerrissen wird?“), doch zunächst für juristisch untauglich, weil sie in der Rechtspraxis zur fehlerhaften Beweisaufnahme führe. Friedrich von Spee war übrigens katholisch.

Wie kommt es aber, dass ein Satz mit fünf Fehlern zum „Basiswissen“ des „aufgeklärten“ Deutschen gehört? Nun, dafür ist wohl mangelndes Richtigstellungsinteresse innerhalb der historischen Forschung in Deutschland verantwortlich. Interessant in dem Zusammenhang, dass offenbar erst 1975 durch die Arbeiten von Norman Cohn und Richard Kieckhefer geklärt wurde, dass die von Etienne Leon de Lamothe-Langon in seiner Histoire de l’Inquisition en France (1829) beschriebenen Massenprozesse und -hinrichtungen im Zuge der Hexenverfolgung im Frankreich des 14.[sic!] Jahrhunderts frei erfunden waren, wie die Mediävistin Jenny Gibbons in einem interessanten Artikel darlegt.

Nachdem die Forschungskommunität anderthalb Jahrhunderte lang keinen Anstoß daran nahm, dass der Verfasser der „Inquisitionsgeschichte in Frankreich“ keine Belege für seine Behauptungen anführt und keine Quellen nennt, ist nun deutlich herausgearbeitet worden, dass man für weitreichende Behauptungen, wie etwa die, dass an einem einzigen Tag 400 Hexen ermordet worden seien, Behauptungen anführen und Quellen nennen sollte. Diese Klärung erfolgte erst, als die Fiktion de Lamothe-Langons längst in der Geschichtsschreibung tradiert war und infolgedessen als unumstößliches Faktum die Stammtische erobert hatte. Wir erinnern uns: Geschichtsbilder werden gemacht.

(Josef Bordat)

Dienstag, 30. Dezember 2014

Merkel-Vertrauter: Die Enteignung der Sparer ist notwendig


Ein enger Vertrauter von Angela Merkel hat die Enteignung der deutschen Sparer als notwendig bezeichnet, um die Euro-Zone zu stabilisieren. Zwar räumt die CDU ein, dass die niedrigen Zinsen das Problem nicht dauerhaft lösen. Doch Merkel lässt keinen Zweifel daran, dass die finanzielle Repression gegen die Bürger fortgesetzt wird.

Unmittelbar vor dem Besuch von EZB-Präsident Mario Draghi bei Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der CDU-Wirtschaftsrat die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank verteidigt. “Letztlich ist zu erwarten, dass sich der Euro auf einen Wechselkurs von 1,30 zum Dollar entwickeln soll. Dies hilft der Exportfähigkeit der Südländer und schadet der deutschen Wirtschaft nicht”, sagte der Präsident des Wirtschaftsrates, Kurt Lauk, am Mittwoch zu Reuters.
Lauk ließ keinen Zweifel, dass die Maßnahmen der EZB von der Bundesregierung gutgeheißen werden und einem klaren politischen Ziel dienten: “Im Übrigen hilft die Zinssenkung auch dem deutschen Bundeshaushalt. Was dem deutschen Sparer schadet, trägt zum Haushaltsausgleich bei.” Die EZB wird die Zinsen vier Jahre lang nicht erhöhen. Merkel und Schäuble sind entschlossen, den Euro auf Kosten der deutschen Sparer zu retten (mehr hier).
Das ist eine bemerkenswerte Aussage: Damit gesteht erstmals ein Merkel-Vertrauer, dass die Strategie der Euro-Rettung auf Kosten der Sparer ganz bewusst verfolgt wird. Jeder, der ein kleines Vermögen für das Alter zurückgelegt hat, muss auf der Hut seinMit dem Sparbuch verlieren die Kunden wegen der Kaufkraft reales Geld. Das Risiko von Banken-Crashs ist längst nicht vom Tisch (hier).
Lauk betonte, dass der Euro ohne Solidarität mit anderen Euro-Ländern nicht zu haben sei. “Die EZB hat kurzfristig erneut Zeit für die Politik gekauft.” Dies sei derzeit angemessen, stelle aber “mit Sicherheit langfristig keine Lösung dar“. Die Zinspolitik der EZB zeige vielmehr, dass die Eurokrise nicht beendet sei.
Auch am Dienstag hat der Euro gegenüber dem US-Dollar verloren. Die von der EZB beschlossene Niedrigzinspolitik setzt die Währung weiter unter Druck. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble findet, dass “die EZB hat einen exzellenten Job gemacht” hat (hier).
Lauk räumte immerhin ein, dass der Vorgang der Enteignung nicht ganz unproblematisch sei: “Demokratietheoretisch sind hier Fragezeichen anzumerken. Eigentlich muss die Politik handeln.” Merkel wird Draghi am Vormittag im Kanzleramt empfangen. Die EZB hatte ihren Leitzins in der vergangenen Woche auf das Rekordtief von 0,15 Prozent gesenkt, was auch Kritik in der Union ausgelöst hatte.